Ratgeber Bundesverband Wintergarten

13 Wohlfühlklima im Wintergarten Angenehme Bedingungen für Menschen und Pflanzen Die Regulierung des Raumklimas gehört zu den technischen Herzstücken vor allem eines Wintergartens. Wer nur einmal in ein in der prallen Sonne geparktes Auto gestiegen ist, kann sich unschwer vorstellen, welche Temperaturen bei Sonnenschein schnell in einem Wintergarten entstehen können. Mehr noch: Ein Wintergarten gehört wegen der beabsichtigten Transparenz seiner Umfassung und der geringen Wärmespeicherung seiner Bauteile zu den Räumen, die den Temperatur- und Klimaschwankungen der Natur am stärksten ausgesetzt sind. Die Hitze des Sommers und die Kälte des Winters machen sich hier am unmittelbarsten bemerkbar und beeinflussen das Raumklima. Damit dieses Raumklima auch immer ein Wohlfühlklima für Mensch und Pflanze ist, kommt den Punkten Be- und Entlüftung sowie Beheizung und Beschattung als zentralen Bereichen der Klimasteuerung des Wintergartens eine enorme Bedeutung zu. Was ist das richtige Wohlfühlklima im Wintergarten? Zentrale physikalische Messgrößen für das Klima in einem Wintergarten sind Luftfeuchtigkeit, Innen- und Außentemperatur sowie Temperaturverteilung. Diese Faktoren müssen immer zusammen gesehen werden, denn die relative Luftfeuchtigkeit ändert sich automatisch bei einer Veränderung der Temperatur: Je kälter die Luft ist, desto weniger Feuchtigkeit kann sie aufnehmen, desto eher kommt es zu Tauwasser an den Bauteiloberflächen. Feuchtigkeit bildet sich an den kühleren Stellen als Kondenswasser. Sind die Heizkörper nicht an den richtigen (meist kältesten) Stellen angeordnet, bildet sich nicht die richtige Luftzirkulation heraus und es entstehen starke Unterschiede in den Oberflächentemperaturen der Bauteile mit entsprechender Kondensierung der Luftfeuchtigkeit, selbst wenn die Luftfeuchtigkeit der für normale Wohnräume entspricht. Als Regel für ein optimales Raumklima hat es sich bewährt, eine Temperatur von 20°C in Verbindung mit einer relativen Luftfeuchtigkeit in den Bereichen von 45 bis 55 Prozent anzunehmen. Dies kann man als von der Erfahrung bewährte Empfehlung verstehen. (Darüber gibt es sogar Normen, die DIN 1946-6 und DIN 4108-2). Im Sommer besteht das Ziel der Klimasteuerung in der Verhinderung der Überhitzung, die durch den so genannten „Treibhauseffekt“ entsteht. Ein nach Süden ausgerichteter Wintergarten würde ohne Beschattung und Belüftung schnell in Temperaturregionen von bis zu 70°C kommen! Bei Ausrüstung des Wintergartens mit allen heute zur Verfügung stehenden technischen Mitteln (Belüftung, Beschattung) und deren richtigen Einsatz durch den Nutzer kann die Temperatur im Wintergarten auf einige Grad über der Außentemperatur beschränkt bleiben. Die Begrenzung auf Wohnraumtemperaturen von Kompaktbauten ist allerdings wegen der geringen Speichermassen und der hohen solaren Gewinne nur durch technische Kühlung zu erreichen. Im Winter geht es unter anderem um die Verhinderung von Kondenswasser, das durch die Erreichung des so genannten „Taupunktes“ entsteht, wenn eine hohe Luftfeuchtigkeit im Zusammenhang mit niedrigen Temperaturen auftritt. Ausreichende Lüftung ist zwingend erforderlich Neben einer wirksamen Beschattung und möglicherweise dem Einsatz von Funktionsgläsern sorgt vor allem die Be- und Entlüftung für ein angenehmes Raumklima. Lüftung und Beschattung ergänzen sich, sie können sich aber nicht ersetzen. Das kann an folgendem Beispiel gezeigt werden: Ist ein Wintergarten mit einer leistungsfähigen Wegen der Transparenz der Bauteile ist ein Wintergarten ein Raum, der den Temperatur- und Klimaschwankungen der Natur am stärksten ausgesetzt sind. Eine wirksame Steuerung des Klimas ist hier unverzichtbar.

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