Ratgeber Bundesverband Wintergarten

10 Ein Glasanbau ohne geregelte Beschattungsvorrichtungen wird den Komfort-Anforderungen an diese Bauart nicht gerecht werden können. Das Glashaus heizt sich bei intensiver Sonneneinstrahlung durch den sog. Treibhauseffekt schnell auf und kann zur Wärmefalle werden, die eine Lüftungseinrichtung allein nicht mehr bewältigen kann. Zudem kommen dem Sonnenschutz zumeist noch als Sicht- und Blendschutz weitere Funktionen zu. Befinden sich Pflanzen in einem Wintergarten, so muss gesichert sein, dass die für die meisten Pflanzen kritische Grenze von 40°C nicht überschritten wird. Insbesondere für die Wohnraumnutzung ist eine Beschattung zwingend nötig, damit die Wärme nicht aus dem Wintergarten in das gesamte Gebäude gelangt – und zwar auch dann, wenn die Bewohner nicht anwesend sind. Die Auswahl einer geeigneten Beschattung hängt von verschiedenen Faktoren ab und sollte gründlich geplant werden: Die Ausrichtung des Objekts (Himmelsrichtung), eventuell vorhandene natürliche Beschattung sowie Art und Leistungsfähigkeit des gewählten Beschattungssystems. Eine natürliche Beschattung kann zum Beispiel durch Bäume erzielt werden. Bei südlich ausgerichteten Wintergärten müssten diese aber hoch und relativ dicht an das Glashaus gepflanzt sein, während sie an der Ost- und Westseite aufgrund des niedrigeren Einfallwinkels der Sonne nicht so dimensioniert sein müssen. Landschaftsgärtner sind in der Lage, genaue Beschattungspläne für Gebäude zu entwerfen und bei der Art der Bepflanzung und der Auswahl der Pflanzen zu beraten. Bei den Beschattungssystemen unterscheidet man in der Regel zwischen Außenbeschattung und Innenbeschattung. Ganz allgemein kann man sagen, dass eine außen liegende Beschattung deutlich wirkungsvoller ist als eine sich im Innenraum befindliche. Dies hat seinen Grund darin, dass die eintreffenden Sonnenstrahlen bereits vor dem Innenraum reflektiert bzw. absorbiert werden und diese so überhaupt nicht erst in den Innenraum dringen. Anders verhält es sich bei der Innenbeschattung, bei der die Sonnenstrahlen durch die Verglasung dringen. In diesem Fall wird zwar die direkte UV-Strahlung von der Beschattung noch gut absorbiert, allerdings kann die langwellige Wärmestrahlung den Raum aufheizen. Hier müssen geeignete Lüftungseinrichtungen Stauwärme abführen können, die zwischen Verschattung und Verglasung sowie im Raum entsteht. Allerdings ist ein Innenbeschattung meist preiswerter und weniger störanfällig. Zudem ist zu berücksichtigen, dass eine Außenbeschattung bei starkem Wind (insbesondere in Küstenregionen) geschlossen (eingefahren) werden muss. Eine pauschale Empfehlung für den Einsatz einer bestimmten Beschattungsart lässt sich nicht aussprechen, geht es hier doch um das Wechselspiel der Faktoren Standort, natürliche Beschattung, Verglasung, Belüftung und Beschattungssystem. Allgemein kann man vielleicht formulieren: Je mehr ein Wintergarten nach Süden ausgerichtet ist, desto eher wird man eine außen liegende Beschattung wählen müssen. Natürlich kann man außen- und innenliegenden Sonnenschutz auch miteinander kombinieren. Mit Sonnenschutzglas beschatten? Moderne Funktionsgläser vereinen eine Vielzahl von Eigenschaften. Spezielle Sonnenschutzgläser senken den Gesamt-Energiedurchlass der Sonnenstrahlung in den Innenraum um bis zu 75 Prozent. Dennoch verbleibt viel Restenergie, vor allem Wärmestrahlung von mit der Zeit aufgeheizten Gegenständen übrig. Sonnenschutzgläser werden auch mit farblich „neutraler“ Ansicht angeboten, so dass die FarbwiederDas Leben mit der Sonne gestalten Warum guter Schutz gegen zu viel Sonne wichtig ist Sicher am häufigsten verwendet: Die Markise. Sie läuft in Führungsschienen und kann über große zu beschattende Flächen gespannt werden.

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