Ratgeber Bundesverband Wintergarten

11 gabe der Umgebung (von innen gesehen) nicht merklich beeinflusst wird. Als Nachteil bleibt jedoch anzumerken, dass diese Sonnenschutzgläser den solaren Energiegewinn ganzjährig vermindern, also auch dann, wenn wir uns über jeden Sonnenstrahl freuen! Bei direkter Südlage ist ausschließlich Sonnenschutzglas meist nicht ausreichend für eine effiziente Beschattung. Der Einsatz von Sonnenschutzglas sollte daher genau bedacht und vom Fachmann geplant werden. Inzwischen werden auch so genannte „schaltbare Verglasungen“ angeboten, die ihre Eigenschaften je nach Bedarf ändern können. Diese „elektrochromen“ Verglasungen werden in der Zukunft vielleicht auch für einen Einsatz im Glasanbau geeignet sein. Dies ist zur Zeit aber – schon von der Kostenlage her – noch nicht der Fall. Mit ähnlicher Wirkung funktionieren im Scheibenzwischenraum montierte Jalousien oder Rollos. Bedarfsabhängig kann diese Beschattung eingesetzt werden. Jalousien können durch entsprechende Winkeleinstellung nahezu unsichtbar, d. h. bei Gewährung eines fast ungehinderten „Durchblicks“ Sonnenschutzfunktion erfüllen. Allerdings sind derartige Produkte teilweise störanfällig und lassen sich bei Beschädigung nur durch Scheibenaustausch Instand setzen. Die Außenbeschattung Außenbeschattungen werden im Regelfall auf die Tragwerkskonstruktion des Daches montiert. Die Hersteller bieten verschiedene Konsolen für die Montage auch mit Abstand an. Als gebräuchlichste Form hat sich eine gespannte Markise durchgesetzt. Sie läuft in Führungsschienen und kann über große zu beschattende Flächen im Dach oder an den Seitenwänden gespannt werden. Spezielle Spanngurte in System sorgen für die entsprechende Spannung der Stoffe, wenn die Markise ein flaches Wintergartendach beschatten soll. Wird die Markise nicht gebraucht, kann sie in eine Kassette voll gekapselt eingefahren werden, die das Material vor den Einflüssen der Witterung schützt. Alle Flächen eines gläsernen Anbaus – waagerecht, senkrecht oder schräg – können mit Markisen beschattet werden. Allerdings ist bei waagrechten Flächen nur bei ScreenStoffen noch eine begrenzte Durchsicht möglich. Einige Beschattungen sind bereits zwischen die Profile der Dachkonstruktion konstruiert, so dass diese im Dachsystem integriert sind. So kann zum Beispiel eine einzelne Bahn offen bleiben, um eine Dachlüftungsklappe nicht durch die Stoffbahn zu überdecken, jedoch entstehen dadurch wieder unbeschattete Flächen. Die Anpassung der Markisenbahnen an die Architektur des Daches oder die Seitenwände kann auch interessante optische Akzente bieten. Dafür sind aber höhere Anschaffungskosten einzuplanen. Eine Beratung und Auswahl der verschiedenen Typen sollten unbedingt vom Fachmann erfolgen. Inzwischen werden auch zahlreiche Modelle angeboten, die passgenau zur Beschattung von Sonderflächen wie Dreiecke eingesetzt werden können. Auch hier sorgt eine ausgeklügelte Gegenzugeinrichtung für eine optimale Tuchspannung. Auch die lieferbaren Farben und Dessins sind sehr vielfältig. Die großen europäischen Tuchhersteller bringen jährlich neue Dessins auf den Markt. Besondere Wintergartenmarkisen erlauben die Beschattung des Daches und der Vorderfront in einem Teil. Gerade bei südlich ausgerichteten Wintergärten ist es von nicht zu unterschätzendem Vorteil, dass die gesamte Konstruktion wirkungsvoll beschattet werden kann. Zu beachten ist allerdings, dass hier die Beschattung nur insgesamt reguliert werden kann, eine separate Beschattung der Vorderfront bei freibleibender Dachverglasung ist nur mit unterschiedlichen Typen möglich. Für alle Markisenarten gilt, dass die Steuerung nicht nur auf Sonne und Wind reagieren sollte (bei starkem Wind müssen die Tuchbahnen eingefahren werden), sondern auch auf Frost, so dass im Winter die Systeme vor unbeachteter Bedienung bewahrt werden, um eine Zerstörung des Systems zu vermeiden. Eine alternative Form stellt die Außenbeschattung mit sogenannten Raffstoren dar. Raffstoren sind Aluminium-Lamellen welche überwiegend Horizontal verlaufen. Entlang der Seiten sind die Lamellen gebördelt („gerafft“), um ihre Stabilität zu erhöhen. Diese Senkrechtmarkisen sorgen für eine wirksame Beschattung der Seitenwände. Dies ist gerade für nach Süden ausgerichtete Konstruktionen wichtig.

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