16 Grundsätzliches zur Heizung Prinzipiell kann festgestellt werden, dass ein Wohn-Wintergarten nur mit einer Heizung vollwertig funktionieren kann, denn er soll ja für den dauerhaften Aufenthalt von Menschen durch alle Jahreszeiten hindurch funktionieren. Auch wenn der Wintergarten vor allem im Winter als solarer Energie-Kollektor geschätzt wird, kann die gewonnene Energie nicht für einen komfortablen Daueraufenthalt ausreichen, so willkommen dies auch ist. Geht man einmal von einem nach Süden ausgerichteten Wintergarten mit Wärmeschutzverglasung aus, würde dieser ohne Heizung nur etwa 220 bis 270 Tage als vollwertige Wohnraumerweiterung nutzbar sein. In einbautechnischer Hinsicht ist es sicher am einfachsten, die Heizung für den Wintergarten an das bestehende Heizsystem anzuschließen. Bei der Berechnung der Heizleistung ist allerdings unbedingt darauf zu achten, dass die spezifischen Bedingungen eines Wintergartens ausreichend berücksichtigt werden. In der Praxis ist gelegentlich zu beobachten, dass die für normale Wohnräume geltenden Kennwerte einfach auf den Wintergarten übertragen werden. Da die Wärmedämmung eines Mauerwerks aber deutlich besser ist als die einer verglasten Fläche, würde die berechnete Heizleistung in diesem Fall nicht ausreichen, um im Winter ein behagliches Raumklima zu erzeugen. Je nach Art der Verglasung, beispielsweise 2-fach- oder 3-fach-Isolierverglasung, kann der momentane Heizleistungsbedarf eines Wintergartens etwa drei- bis fünfmal so hoch sein wie in einem üblichen Wohnraum. Dies bedeutet jedoch nicht, dass eine solche Heizleistung dauerhaft zur Verfügung gestellt werden muss. Durch solare Energiegewinne können insbesondere bei Sonneneinstrahlung erhebliche Wärmeeinträge erzielt werden, die den Heizbedarf deutlich reduzieren. Wenn jedoch keine Sonne scheint oder die Außentemperaturen insbesondere in der Nacht stark absinken, kann kurzfristig ein deutlich erhöhter Heizleistungsbedarf entstehen. In der Jahresbilanz muss der Energieverbrauch eines Wohn-Wintergartens aber nicht zwangsläufig wesentlich von dem eines vergleichbaren Wohnraums abweichen. Die Heizungsanlage muss jedoch in der Lage sein, auf besondere Situationen – insbesondere auf schnelle Temperaturabfälle und fehlende solare Gewinne – ausreichend schnell zu reagieren. Welche Heizung: Konvektions- oder Strahlungswärme? Spricht man von Heizung im Wintergarten, so unterscheidet man zwischen Konvektions- und Strahlungswärme. Die Beheizung durch Konvektionswärme ist sicher als die „klassische“ Methode zu bezeichnen. In diesem Fall wird die Luft des Innenraums an einem Heizkörper (oder einem anderen „Wärmetauscher“) erwärmt. Die erwärmte Luft steigt an den Heizkörpern nach oben und erwärmt Innenraum und Außenhülle. Durch die an die Außenhülle abgegebene Wärme kühlt die Luft wieder ab und sinkt an den der Heizung gegenüber liegenden Wänden abgekühlt nach unten, strömt in Richtung Heizkörper nach und wird dort erneut aufgeheizt. So entsteht eine Luftzirkulation. Man nennt sie auch Konvektion. Wichtig ist deshalb, dass die Heizkörper am kältesten Punkt des Wintergartens platziert werden: nämlich entlang der Glasflächen. Nur so kann die gewünschte Luftzirkulation entstehen und ein unangenehmes Kältezuggefühl von den Scheiben her oder Tauwasserbildung vermieden werden. Sind die Glasflächen kalt, dann wird man auch bei einer relativ hohen Raumtemperatur das Gefühl haben, dass es „zieht“. In diesem Zusammenhang ist auch die Notwendigkeit einer ausreichenden Warmluftzirkulation im Bereich der Verglasung zu berücksichtigen. Eine wirksame Luftbewegung entlang der raumseitigen Scheibenoberflächen trägt dazu bei, die Oberflächentemperaturen zu erhöhen und damit das Risiko von Kondenswasserbildung zu reduzieren. Heizkörper entlang der Glasflächen werden von den Bewohnern oft als störend empfunden: sie beeinträchtigen die Transparenz des Wintergartens oder nehmen zu viel Platz für eine vorgesehene Bepflanzung Wohlige Strahlungswärme eines Kaminofens macht einen Wintergarten zu einem besonderen Wohnerlebnis.
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