Ratgeber Bundesverband Wintergarten

17 weg. Abhilfe schaffen in diesem Fall Konvektoren mit niedriger Bauhöhe, die in den Fußboden des Wintergartens integriert werden können (Unterflurheizung). Durch Gitterroste entlang der Glasflächen kann dann die erwärmte Luft in den Wintergarten einströmen. Die in kompakten Bauten mit geringem Fensterflächenanteil weit verbreitete und energetisch günstige Fußbodenheizung kann bei Räumen mit großen Fensterflächenanteilen, insbesondere aber beim Wintergarten als Grundlastheizung nicht empfohlen werden, höchstens als Zusatzheizung in den besonders genutzten Aufenthaltsbereichen. Ihre Leistung ist letztlich zu gering. Außerdem reagiert sie zu träge auf Schwankungen der Sonneneinstrahlung bzw. bei schneller Abkühlung der Außenhülle. Andere verfügbare Heizsysteme, die überwiegend auf dem Prinzip der Strahlungswärme basieren, sind beispielsweise Infrarotstrahler, Strahlungsheizkörper sowie in Wände integrierte Heizsysteme. Vergleichbar ist dies mit dem hohen Wohnkomfort, den beispielsweise ein Kaminofen durch seine Strahlungswärme vermitteln kann. Am Markt werden zudem Verglasungen angeboten, die über eine nicht sichtbare beschichtete Oberfläche elektrisch beheizt werden können. Solche Systeme können beispielsweise in Kombination mit einer Fußbodenheizung eingesetzt werden. Zu berücksichtigen ist jedoch, dass auch eine Strahlungsheizung so geplant werden muss, dass entweder die Glasflächen ausreichend und möglichst gleichmäßig erwärmt werden oder im Bereich der Verglasung eine ausreichende Warmluftzirkulation entsteht. Nur so kann das Risiko von Kondenswasserbildung an den raumseitigen Glasoberflächen wirksam reduziert werden. Zweifelsohne ist eine Kombination beider Systeme im Wintergarten eine optimale Lösung in Bezug auf rationellen Energieeinsatz (Betriebskosten) und Wohlbefinden. Die Investitionskosten können damit allerdings höher liegen, was am konkreten Objekt zu prüfen ist. Die Auswahl hängt von den konkreten Bedingungen des Wintergartens, der vorgesehenen Nutzung, den ästhetischen Vorstellungen der Bauherren und letztendlich auch dem finanziellen Rahmen ab. Hier bedarf es einer genauen Beratung, durch den Wintergartenplaner. Eine einfache Wärmebedarfsberechnung wie im Wohnraum ist nicht ausreichend. Die Heizung mit Wärmepumpe Bekanntlich arbeiten diese nach einem Prinzip, bei dem sie Energie von einem niedrigen Energieniveau auf das höhere Temperaturniveau, das zur Heizung benötigt wird, „pumpen“. Sie können aber auch an heißen Tagen umgekehrt die zu warme Luft des Wintergartens kühlen. Zusätzlich arbeiten sie auch als Entfeuchtungsgeräte oder dienen der Luftreinigung. Da diese Geräte mit einem Gebläse arbeiten, kann ihr Standort im Wintergarten variabel gewählt werden. Günstig wirken sich ihre Reaktionsschnelligkeit und gute elektronische Regelbarkeit aus. Allerdings können durch die Gebläse störende Luftbewegungen erzeugt werden. Bei fachkundiger Planung muss darauf geachtet werden, dass es je nach Standort der Geräte und Größe des Wintergartens an kälteren Bauteiloberflächen nicht zu Tauwasserbildung kommen kann. Die meisten Anlagen basieren auf dem Prinzip der Luft-Wärmepumpe, die recht einfach funktioniert: Ein Innen- und ein Außengerät tauschen Wärme und Kälte aus. Je nachdem, ob im Wintergarten geheizt oder gekühlt werden soll, tauschen Innen- und Außengerät ihre Rollen. Diese Variante Ist besonders dann vorteilhaft, wenn die Hausheizung bereits in ihrer Kapazität ausgeschöpft ist und Heizkörper für den Wintergarten nicht mehr angeschlossen werden können. Die benötigte Heizenergie wird mit der Wärmepumpe der Außenluft entzogen. Der dafür notwendige Elektro-Energieaufwand beträgt etwa 25-30% der gewonnenen Heizenergie. Selbst bei Außentemperaturen von weniger als 0°C kann die Luft-Wärmepumpe noch Wärme aus der Außenluft gewinnen. Erweiterungsmöglichkeiten bietet die Wärmepumpe durch den Einsatz verschiedener Filter, die für eine luftreinigende und geruchsbindende Wirkung eingesetzt werden können. Eine Wärmepumpe reguliert das gesamte Klima eines Wintergartens, indem sie die Funktionen der Kühlung, der Beheizung und auch der Luftreinigung übernimmt.

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