25 Der U-Wert beschreibt vereinfacht den Wärmeverlust eines Bauteils. Je kleiner der U-Wert, desto besser ist der Wärmeschutz. Für Wintergärten ist aber auch der g-Wert der Verglasung wichtig. Er beschreibt, wie viel Sonnenenergie durch das Glas in den Raum gelangt. Ein höherer g-Wert kann im Winter hilfreich sein, kann aber im Sommer zu stärkerer Aufheizung führen. Deshalb müssen Verglasung, Ausrichtung, Sonnenschutz und Lüftung zusammen geplant werden. Bei geneigten Glasdächern und komplexen Pfosten-Riegel-Konstruktionen reicht es nicht aus, nur den Ug-Wert der Glasscheibe zu betrachten. Für die Behaglichkeit und den Energiebedarf sind das gesamte Bauteil, die Anschlüsse und die tatsächliche Einbausituation maßgeblich. Luftdichtheit und Anschlussfugen Ein Wohn-Wintergarten muss nicht nur gute Verglasungen haben. Ebenso wichtig sind fachgerecht geplante und ausgeführte Anschlussfugen an Hauswand, Dach, Boden und angrenzende Bauteile. Undichte Anschlüsse führen zu Zugluft, Wärmeverlusten, Feuchteschäden und im ungünstigsten Fall zu Schimmelbildung. Für neue Gebäude fordert das GModG eine dauerhaft luftundurchlässige Gebäudehülle einschließlich der Fugen nach den anerkannten Regeln der Technik. Auch bei Anbauten im Bestand sollte diese Anforderung planerisch berücksichtigt werden, damit der Wintergarten dauerhaft funktionsfähig und behaglich bleibt. Sommerlicher Wärmeschutz Das GModG verweist beim sommerlichen Wärmeschutz weiterhin auf DIN 41082:2013-02. Bei einer Erweiterung oder einem Ausbau um beheizte oder gekühlte Räume ist der sommerliche Wärmeschutz außerdem zu beachten, wenn die neu hinzukommende zusammenhängende Nutzfläche mehr als 50 m² beträgt. Unabhängig von dieser Nachweispflicht ist der sommerliche Wärmeschutz bei WohnWintergärten ein zentrales Planungsthema. Ein Glasraum kann sich bei Sonne deutlich stärker aufheizen als ein massiv gebauter Raum. Eine feste maximale Innentemperatur lässt sich ohne aktive Kühlung nicht seriös versprechen. Entscheidend sind deshalb außenliegende oder andere wirksame Verschattung, geeignete Verglasung, ausreichend dimensionierte Lüftungsöffnungen, möglichst automatische Steuerung und ein durchdachtes Lüftungskonzept. Im Einzelfall kann auch eine aktive Kühlung gewünscht sein; diese erhöht jedoch den Energiebedarf und muss bei der Planung berücksichtigt werden. Verbraucher sollten daher bereits vor Vertragsabschluss klären, welche sommerliche Nutzung erwartet wird und welche technischen Maßnahmen hierfür vorgesehen sind. Ein Wohn-Wintergarten kann sehr behaglich sein, bleibt bauphysikalisch aber ein Raum mit besonderen Bedingungen. Was Verbraucher vor der Beauftragung klären sollten Vor der Beauftragung eines Wintergartens sollten Bauherren mindestens in den folgenden Punkten von einem qualifizierten Fachbetrieb beraten werden: – Soll ein unbeheizter Kaltwintergarten, ein Sommergarten oder ein dauerhaft nutzbarer Wohn-Wintergarten entstehen? – Bleibt der Glasvorbau thermisch vom Wohnhaus getrennt oder wird er Teil der beheizten Gebäudehülle? – Wer erstellt oder prüft den energetischen Nachweis nach GModG, soweit dieser erforderlich ist? – Welche U-Werte, g-Werte und sonstigen energetischen Kennwerte werden für Verglasung, Profile, Dach und Türen angesetzt? – Wie werden Sonnenschutz, Lüftung und gegebenenfalls automatische Steuerung geplant? – Wie werden die Anschlussfugen an Hauswand, Boden und Dach dauerhaft luftdicht, schlagregensicher und wärmebrückenarm ausgeführt? – Reicht die vorhandene Heizung für die gewünschte Nutzung aus oder sind zusätzliche Heiz- oder Kühlmaßnahmen vorgesehen? – Welche baurechtlichen Genehmigungen und Nachweise sind nach Landesrecht erforderlich? Fazit Das GModG steht einem Wohn-Wintergarten nicht entgegen. Es verlangt aber, dass beheizte oder gekühlte Glasvorbauten energetisch richtig eingeordnet und fachgerecht geplant werden. Wer Nutzung, Wärmeschutz, solare Gewinne, Sonnenschutz, Lüftung und Anschlüsse frühzeitig gemeinsam betrachtet, erhält einen Wintergarten, der komfortabel nutzbar ist und zugleich die energetischen Anforderungen erfüllt.
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