Ratgeber Bundesverband Wintergarten

7 Himmelsrichtung, in die der Glasanbau ausgerichtet ist, eine sehr wichtige Funktion zu. Natürlich ist es zuerst das vorhandene Haus, das die Ausrichtung des Wintergartens vorgibt. Wird aber neu gebaut oder gibt es mehrere Möglichkeiten, dann will die Ausrichtung des Wintergartens unter Berücksichtigung der geplanten Nutzung wohl überlegt sein. Nordrichtung: Ein nach Norden ausgerichteter Glasbau ist ein kühler, erholsamer Platz, der in der Regel nicht beschattet werden muss, da er von der Sonne nicht direkt aufgeheizt wird. Ostrichtung: Der nach Osten ausgerichtete gläserne Anbau wird von der Morgensonne und dem ersten Teil der Mittagssonne erwärmt, dann aber vom Schatten des Hauses vor allzu großer Hitze bewahrt. Er ist daher ein idealer Frühstücksplatz. Südrichtung: Eine nach Süden ausgerichtete Konstruktion hat das ganze Jahr hindurch die größte Sonneneinstrahlung, muss vor allem im Sommer aber besonders gegen allzu hohe Aufheizung durch Beschattung sowie Be- und Entlüftung geschützt werden. Westrichtung: Der westorientierte gläserne Anbau wird von der späten Mittags- und Abendsonne aufgewärmt und geht mit der gespeicherten Wärme in die Nacht. Das Fundament Bodenplatte und Fundament von Wintergärten und Glashäusern müssen in der Regel die gleichen Anforderungen erfüllen, wie bei jedem anderen Anbau: • Lasten aufnehmen • Sperre gegen aufsteigende Feuchte • Niederschlags- und Tauwasser von Gebäudeuntergrund fernhalten (Frostaufbrüche vermeiden) • gegebenenfalls Wärmedämmung Für die Lastaufnahme und -verteilung auf den Boden reicht je nach Situation oft eine stahlbewehrte Bodenplatte. Die Lasten des Glasanbaus sind gegenüber anderen Bauwerken gering. Allerdings sind Lasten aus Winddruck und vor allem Windsog zu beachten. Die Gründung muss diese statisch nachweisbar aufnehmen können. Ebenso wie Lasten aus Schnee- und Verkehrslasten. Die Bodenplatte ist mit einer Sperre gegen aufsteigende Feuchtigkeit (z.B. BitumenSchweißbahn) zu versehen. Um zu vermeiden, dass evtl. Niederschlags- oder Tauwasser unter die Bodenplatte läuft und zu Frostaufbrüchen führen kann, ist eine weitere frostfreie Gründung und Bauwerksabdichtung erforderlich. Wie diese zu gestalten ist, hängt von den örtlichen Bedingungen ab, sowie von der Sickerfähigkeit des Bodens. Eine regelmäßig zuverlässige und für die Anbringung der Wärmedämmung sowie Einleitung der Kräfte zweckmäßige Lösung ist ein frostfrei gegründetes Streifenfundament. Aber auch andere Fundament oder Gründungen sind möglich. Ungeeignet sind kleine „Eimerfundamente“ oder einfache statisch nicht nachweislich tragende Konstruktionen. Für einen Wohn-Wintergarten fordern die aktuellen baulichen Vorgaben meist eine Wärmedämmung der Bodenplatte gegen Erdreich von mind. 0,3 W/m²K. Mit dem Aufbau des Fundaments entscheidet man deshalb bereits darüber, ob der spätere Wintergarten als Wohn-Wintergarten genutzt werden kann. Zwei Dinge sind besonders zu beachten: 1. Das Fundament wird oft in Eigenleistung oder von einem anderen Betrieb als der Wintergarten ausgeführt. Wichtig sind hierbei besonders konkrete detaillierte Planung, klare Kommunikation der Beteiligten und Kontrolle der Ausführung. 2. Oft soll der Wintergarten auf den vorhandenen Terrassenboden „gestellt“ werden. Dieser wird aber nur in den seltensten Fällen die nötige Wärmedämmung, Sperre gegen aufsteigende Feuchtigkeit und vor allem Tragfähigkeit aufweisen und die erforderliche Lastabtragung ermöglichen. Ein neues Fundament ist deshalb in der Regel einzuplanen. Gründliche Planung des Anbaus ist auch noch aus einem anderen Grund wichtig. Eventuell einzubringende Versorgungsleitungen z.B. für die Heizkörper müssen gleich mitgeplant werden. Bei Terrassendächern brauchen wir uns weniger Sorgen um die Wärmedämmung, Kondenswasser und aufsteigende Feuchtigkeit zu machen. Dennoch müssen statische Lasten, aus Schnee- und Windlasten (hier auch Druck- und Sogkräfte) sowie die Frosttiefe für das Fundament, genauso beachtet werden. Nur Fachbetriebe mit langjähriger Erfahrung können eine regelkonforme, professionelle Planung und Leitung eines Bauvorhabens garantieren. Die Ausrichtung hat wesentlichen Einfluss auf die Gestaltung und Ausstattung des Glasanbaus. Sind mehrere Himmelsrichtungen möglich, muss genau abgewogen werden. BillionPhotos.com

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